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19.07.2008

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Die Übersetzung ins Deutsche ist nachfolgend. Vielen Dank dafür an Heike Arensmann!

translation into English will follow soon

Rot und Hornlos

Nach dem Bullen Burket-Falls Polled Plus war es eine Zeitlang still rund um
die hornlose Vererbung. „Es ist die Ruhe vor dem Sturm“, meint John Burket.
Der amerikanische Milchviehhalter arbeitet seit den 60er Jahren an der Hornloszucht und am Rotfaktor. Alleine in Nordamerika warten 20 genetisch hornlose Testbullen auf einen Zuchtwert.


Bescheiden.  Wer John Burket die Hand drückt trifft einen ruhigen,
selbstbewussten Milchviehhalter. Von Burket kommen nicht die großen
Erfolgsgeschichten über seinen Betrieb. Nein, John macht den Eindruck, dass er
ein ganz normaler, 42jähriger Milchviehhalter ist, der zusammen mit seinem
Bruder und seinem Vater einen Milchviehbetrieb in East Freedom im Staate Pennsylvania führt.
Er war Mitte November 2006, auf Grund einer Einladung des Triple A Vereins, ein
paar Tage in Holland um einen Vortrag über seine Zuchtziele zu halten,
obwohl er normalerweise jeden Tag 110 Kühe im Anbindestall melkt. Seit 30
Jahren hat er die gleiche Anzahl Tiere.
 
Unerwartet hohe Indexe
John denkt in Kühen und in Zahlen. Nicht alleine mit Indexen auch mit aAa . In der Zucht von Burket spielt Triple A seit Jahren eine wichtige Rolle. Der Bulle Enhancer hat gute Arbeit
auf dem Betrieb geleistete. „Er brachte uns unerwartet hohe Indexe, dadurch
kam von den Besamungsstationen viel Interesse für unseren Betrieb. Enhancer wird
gehasst wegen seiner schlechten Kreuzpartien- und Beinvererbung. Aber auf unsere
stilvollen und kräftigen Kühe mit aAa-Code 642 können wir die Offenheit, den Milchtyp
und die Breite von Enhancer mit seinem aAa-Code 315 gut gebrauchen.“ Mehr
Bullennamen mit aAa-Code folgten im raschen Tempo, da Burket ein
enthusiastischerer Fürsprecher war als erst gedacht. Nach Enhancer passte
Starbuck mit aAa 216 gut, gefolgt von Blackstar und zuletzt hatte Rudolph viel Einfluss.
Daneben machen wir auch viel Gebrauch von eigenen Bullen, um die
Hornlosigkeit in unserer Viehzucht zu verankern.

Ölfleck
Dank der genetischen Eigenschaft der Hornlosigkeit genießt  der
Viehzuchtbetrieb von Burket-Falls weltweite Berühmtheit. „Eigentlich kam die
Hornlosigkeit durch Zufall in unseren Betrieb als wir 1960 trächtige Färsen
zukauften. Eines der Kälber die wir daraus bekamen blieb hornlos und bekam den
Namen Princess Fayne Houwtje. Sie entwickelte sich zu einer Kuh die 7 Laktationen lang,
mehr als  1100 lbs (500 kg) Fett per Laktation produzierte.“ Die hohe Leistung sorgte
dafür, dass ihr Sohn Burket-Falls ABC (v. Glenafton Rag Apple Charmer) als
erster hornloser Bulle von der Besamungsfirma ABS eingesetzt wurde.
“Enthornen ist ein falscher Eingriff in die Natur und wir beschlossen durch
Zucht die Hornlosigkeit weiter in unserer Herde zu verbreiten“ erzählt
Burket. Das Ziel scheint fast erreicht, da 80% seiner heutigen Herde das
hornlose Gen hat. „Züchten auf Hornlosigkeit ist einfacher als das züchten
von Rotbunten durch Rotfaktorgen“ weiß Burket. Eine Tatsache die er schon
tausendmal erzählt hat, dass die Vererbung der Hornlosigkeit
vergleichbar mit der Vererbung von dem schwarzbunten Haarkleid ist. Ein
Bulle der selbst hornlos ist mit den Genotypen PP oder Pp vererbt im Falle
von PP 100% hornlose Nachkommen. Bei Bullen mit dem Gen Pp ist die Hälfte
der Nachkommen genetisch hornlos.
Einer der bekanntesten Bullen der das Pp-gen besitzt ist der Aerostar-Sohn
Burket-Falls Polled Plus. Wegen dem bescheidenen Einsatz von Polled Plus
blieb es jahrelang still um die Hornlosigkeit. Das ist infolge von Burket
nur die Ruhe vor dem Sturm. „Ich zweifle nicht daran, daß die Hornlosigkeit
innerhalb kurzer Zeit großen Eintritt in die Holsteinpopulation tut. Wenn
erst die Politik und die Tierschützer in der Enthornung aktiv werden kann es
in einer Stromschnelle enden.“
“Auch das genetische Niveau der hornlosen Prüfbullen ist in den letzten
Jahren stark gestiegen. Allein in Nordamerika warten 20 Bullen auf ihren
Zuchtwert.  Da braucht nur ein Bulle wie Blackstar dabei zu sein und die
Hornlosigkeit verbreitet sich wie ein Ölfleck über die Welt.“

Populäre Rotbunte
Noch so eine genetische Eigenschaft die Burket durch Zufall in die Viehherde
bekommen hat, ist der Rotfaktor.
Durch den Bullen Ca-Lil Standout Cavalier RF in Kombination mit der Kuh
Burket-Falls Elevation Sophia-P (Excellent bewertet mit 93 Punkten) wird eine Kuhfamilie entwickelt die nicht allein hornlos ist, sondern auch das Rotfaktor-Gen besitzt.
Glen-Toctin SM Cole RF , nicht hornlos, ist einer der höchsten
Rotfaktorbullen in der amerikanischen Indexliste, er stammt von Sophia-P
ab. „Rotfaktortiere sind populär und geben gute Preise“ erzählt Burket, der
jährlich 20 Bullen an Kollegen oder Besamung verkauft. „Für unsere rotbunten
genetisch hornlosen Bullen haben wir eine Warteliste“. Durchschnittlich produziert der
Burket Betrieb 10500kg Milch mit 4% Fett und 3.2% Eiweiß. „Wir versuchen
ausbalancierte Kühe zu züchten“ erzählt Burket über sein Zuchtziel. Paradox,
Talent, Toystory, Burket-Falls Pledge-PP und selbst Stadel und Classic
werden eingesetzt. Burket kommt aus den Federn als er sein Zuchtziel
verdeutlicht. „Balance ist mehr als eine breite Vorhand. Es ist ein breites
Maul, große Nasenlöcher, ein breiter Brustkasten und eine geräumige
Hinterhand. Alle Körperteile der Kuh sind in der Höhe auf einander
abgestimmt. Balance in der Kuh sorgt für Durchhaltevermögen.“ Um das
Durchhaltevermögen der Kühe zu zeigen, hier ein paar Betriebskennzahlen: DieRemontierungsrate lag letztes Jahr unter zwanzig Prozent, die durchschnittliche
Lebenszeit beträgt beinahe 6 Jahre und im Moment werden 6 Kühe gemolken die
eine Lebensleistung von über 200.000lbs (90.000kg) haben.

Verleasen von Bullen

John Burket macht ein nachdenkliches Gesicht als er über die kommerzielle
Vermarktung der hornlosen Genetik spricht. Die kommerzielle Vermarktung ist
enorm, doch auch als relativ kleiner Betrieb sieht er die Zukunft positiv.
Allein er hält nichts von der kommerziellen Werbung (Webseiten) . Von seinem
Betrieb gibt es keine Webseite in dem Sinn, höchstens eine bescheidene
Annonce in Holsteinzeitschriften (Anmerkung des Übersetzers: Eine Website gibt es mittlerweile  ;-). Tiere aus seiner Herde sind auch ohne
Werbung sehr gefragt. Burket behält die Vermarktung in der eigenen Hand.
Bullen für Besamungsstationen werden verleast und nicht verkauft so dass bei
Zuchtbullen noch ein Gewinn für Burket überbleibt. Wenn ein hornloser
Zuchtbulle weltweiten Einfluss bekommt soll er den Namen Burket-Falls tragen,
John Burket ist überzeugt: „Das ist nur eine Frage der Zeit.“

 

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